„Hoffnung auch im Leid …“
In den Texten, die für die Feier der Andacht ausgewählt worden waren, dem Psalmgebet (Ps 91) und der Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer (Rö 8,31b-39), können wir den Trost und die Zusicherung finden, dass Gott auch im Leid an unserer Seite steht. Für Paulus steht sogar fest, dass uns nichts von der Liebe Christi trennen kann, weder Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert (Rö 8, 35), da Gott sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben hat (Rö 8, 32).
Gerade der Kreuzestod Jesu, so deutete es Pfarrer Thomas Meier in seinem abschließenden Impuls, gibt uns Grund zur Hoffnung. Denn er, der den Tod am Kreuz erlitten hat, kennt unsere Fragen und die Klagen, nach dem Warum und Wozu des Leids. Sein Festhalten an Gott bedeutet: Gott ist da, auch mitten im Leid, für uns wahrhaftig ein Grund zur Hoffnung.

Die meditative Stimmung der Andacht wurde eindrucksvoll unterstrichen durch die Kirchenmusik, die die Gebete und die biblischen Texte begleitete. Unter der Leitung von Frau Sabine Lautenschlager, die auch als Sängerin und Instrumentalistin auftrat, brachten Frau Evi Brandl als Altistin und Frau Beate Reuter an der Orgel Teil 3 und Teil 7 aus dem Kantatenzyklus „Membra Jesu nostri…“ von Dietrich Buxtehude zu Gehör. In dieser musikalischen Betrachtung der verwundeten Glieder Christi am Kreuz kommt eine besondere Leidensmystik zum Ausdruck, die einem Frömmigkeitsideal des Spätbarock Ende des 17. Jahrhunderts entspricht. Zwei Sätze aus Sonaten von Georg Friedrich Händel, die Frau Reuter an der Orgel einspielte, ergänzten den barocken Charakter der Passionsmusik Dietrich Buxtehudes. Nach dem Segen endete die Andacht mit einem Lied zum Psalm 130, das Frau Lautenschlager neu arrangiert hatte.
Ein herzlicher Dank gebührt Pfarrer Thomas Meier und den beteiligten Kirchenmusikerinnen für diese besinnliche und stimmungsvolle Einstimmung auf die Karwoche.
Text: Elisabeth Köppl Bild: Karlheinz Dirnberger

